Es ist das mit Abstand meistgewünschte Feature bei satellite: Der Empfang von SMS. Kein Wunder, schließlich soll satellite ein vollwertiges Mobilfunkprodukt sein und dazu gehören SMS einfach dazu – auch noch im Jahr 2021.
Es gibt immer mehr Möglichkeiten SMS zu umgehen – und in vielen Fällen ist das sogar sinnvoll. Zum Beispiel ist es keine gute Idee, TANs per SMS zu empfangen. Für die private Kommunikation empfiehlt sich grundsätzlich ein Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Doch in vielen Fällen ist die SMS noch immer alternativlos.
Bei satellite sollen A2P-SMS auf jeden Fall funktionieren. Das sind automatisch verschickte SMS, die von Firmen zur Verifizierung oder für Benachrichtigungen genutzt werden. Schon Mitte 2018 wollten wir diesen Service anbieten und haben die dafür notwendige Technik aufgebaut. Das war sogar noch bevor wir die Arbeit an der Android-App aufgenommen haben – ihr seht also, wie wichtig der SMS-Empfang für uns ist.
Warum kommen die SMS dann immer noch nicht an?
Was das Problem beim SMS-Empfang ist
SMS funktionieren nicht wie Emails. Wer als Provider seine “SMS-Tore” öffnet, bekommt zunächst mal: nichts! Damit SMS empfangen werden können, muss man mit jedem Anbieter der SMS verschickt, einen Vertrag abschließen. Das liegt daran, dass beim SMS-Versand Geldbeträge zwischen den Beteiligten fließen. Daher gilt: Kein Vertrag, keine SMS.
Zum Glück verschicken die meisten Firmen ihre SMS nicht selber, sondern beauftragen einen Aggregator:

Von diesen Aggregatoren gibt es in Summe einige Dutzend und wir haben mit vielen von ihnen bereits Verträge geschlossen. Kompliziert wird es mit internationalen Aggregatoren. Diese fragen immer beim ursprünglichen Provider einer Handynummer an. Wenn die Handynummer aber nicht mehr beim ursprünglichen Anbieter liegt, sondern portiert wurde – zum Beispiel zu satellite – muss die Anfrage an den neuen Provider weitergeleitet werden.

Theoretisch kann der ursprüngliche Provider diese Anfrage aber einfach ignorieren. Das passiert normalerweise nicht – sonst würde das System nämlich zusammenbrechen. Im Fall von satellite torpedieren uns andere Provider aber und leiten diese Anfragen nicht weiter – und es gibt kein Gesetz, das sie darin hindert. Warum sie das tun ist nicht ganz klar, aber es hat vermutlich etwas damit zu tun, dass sie uns als Mitbewerber sehen und uns nur dann helfen, wenn sie dazu gezwungen sind. Aber das kennen wir schon und haben in anderen Fällen bereits Lösungen gefunden. Leider dauert das etwas länger.
Richtig unübersichtlich wird es, wenn die Absender-Firmen verschiedene Wege für den SMS-Versand nutzen. Die erste SMS auf diese Art, die zweite ganz anderes – oder sie wechseln den Aggregator komplett, und das sogar regelmäßig.
Schön und gut (oder eben nicht), aber was müssen wir nun tun? Kurz gesagt: “Klinken putzen”. Mit Leuten sprechen, verhandeln und Verträge abschließen. Dadurch wird Stück für Stück der SMS-Empfang zuverlässiger.
Unser Problem dabei: Es gibt keine zentrale Stelle die uns sagt, welcher Dienst mit welchem Aggregator SMS verschickt. Wir wissen also nicht, mit wem wir sprechen müssen. Das bekommen wir nur durch Testen heraus.
satellite Nutzer helfen uns beim SMS-Alpha-Test
Wie die Schaubilder oben zeigen, ist es sehr aufwändig, den SMS-Empfang zu testen. Es gibt zig Konstellationen und dadurch können SMS vom selben Anbieter bei einem satellite Nutzer ankommen und beim anderen nicht. Der SMS-Alpha-Test hilft uns, möglichst viele Konstellationen zu testen. So bekommen wir ein vollständiges Bild von der aktuellen Situation und wissen genau, mit wem wir sprechen müssen. Also: Je mehr Feedback, desto besser.
Beim Community Treffen am 28. November 2019 haben wir die ersten Alpha-Tester freigeschaltet und sammeln seitdem Feedback – das können die Tester direkt über die App tun. Aktuell helfen uns über 2000 Personen im Alpha-Test, die verbleibenden “Lücken” beim SMS-Empfang zu finden. Wie lange diese Testphase dauert und wann SMS für alle Nutzer zuverlässig zugestellt werden können, wissen wir erst nach der (hoffentlich erfolgreichen) Testphase.
Im September 2020 sehen die bisherigen Ergebnisse übrigens wie folgt aus: Insgesamt sind bisher über 4.800 Tests von uns ausgewertet wurden. 36 % der SMS konnten erfolgreich empfangen werden. Die Erfolgsquote ist bei portierten Nummern höher (41%) als bei originären satellite Nummern (32%). Diese zehn Dienste wurden am häufigsten getestet (inkl. Zustellrate): Paypal (87%), WhatsApp (7%), Google (14%), Amazon (25%), Apple (57%), Telegram (72%), Microsoft (60%), Facebook (0%), N26 (0%) und DHL (94%).
Warum haben andere Provider nicht das gleiche Problem?
Keiner der anderen Provider muss das Thema SMS heute noch neu an den Start bringen – die Netzbetreiber sind seit Ewigkeiten am Markt und ihre SMS-Infrastruktur ist über Jahrzehnte gewachsen. Doch satellite macht vieles so neu und anders, dass wir für die App eine eigene Telefongesellschaft gründen mussten. Obwohl sipgate – die Firma hinter satellite – seit Jahren Mobilfunk anbietet, müssen wir also für manche Themen “von Vorne beginnen” und Neuland erschließen. Selbst bei etwas so Angestaubtem wie SMS. Denn wir sind die Ersten, die SMS ausschließlich per Internet übertragen werden.
Doch keine Sorge: Bei der telefonischen Erreichbarkeit standen wir vor ähnlichen Herausforderungen. Zum Start von satellite waren wir noch nicht von Vodafone und Telekom aus erreichbar. Doch innerhalb kurzer Zeit haben wir das aufgebaut, wofür andere Provider Jahre benötigten. Schon nach wenigen Monaten hatten wir Verträge mit knapp 50 Netzen abgeschlossen und waren aus nahezu allen deutschen Netzen erreichbar. Hartnäckig sein können wir.
Wir sind also zuversichtlich: SMS und satellite, das wird was! Und dank eurer Hilfe dauert es hoffentlich auch nicht mehr lange :)
218 Kommentare
Sabine:
Liebes Satellite-Team!
Weiter so – und ich drücke euch die Daumen beim Klinken putzen.
Bis SMS funktioniert, rühre ich einfach weiter kräftig die Werbetrommel für euch und nutze das Angebot, das es schon gibt und problemlos funktioniert.
Echt eine tolle App!!
Melanie:
Ein tolles Kompliment, lieben Dank Sabine! :)
Michel:
Stand heute, 31.5.2020… Verifikation-SMS von Telekom Magenta TV kommt nicht an. Schade
Stefan:
zum Thema sms-Empfang habe ich eine Frage: wie wollt Ihr das denn machen? Im Moment klingelt ja jedes Telefon, das angemeldet ist, wenn jemand auf Satellite anruft. Wenn eine sms ankommt, wird die dann auch auf jedem angemeldeten Handy angezeigt? Ansonsten: weiter so!
Jan:
Genau :) Die SMS geht ja ganz klar an deine Rufnummer – und wenn die auf mehreren Geräten eingeloggt ist, würdest du die SMS auch auf allen Geräten angezeigt bekommen.
Werner:
Michael, der Empfang von Verifikations SMS ist noch in der Beta Phase, daher noch nicht frei gegeben für alle. Verifikations SMS werden erst freigegeben, wenn es funktioniert.
Achim:
WhatsApp Verifizierung per Anruf nur die halbe Wahrheit!
Die erste Verifizierung auf WhatsApp mit satellite lief einwandfrei.
Seitdem ich aber ein Gerätewechsel vornahm und WhatsApp neu installiert habe, ist eine Anruf Verifizierung ausgeschlossen.
Es folgt die Meldung in Dauerschleife und mit Zeitsperrung (mal 60 min…. Mal 8 Std…)
Diese Nummer kann keine SMS empfangen, prüfen Sie die Nummer.
Tippt man dann trotzdem auf anrufen lassen, erfolgt die Meldung… Der Code wurde zu oft falsch eingegeben.?!?!
Der WhatsApp Support selbst äußert sich gar nicht auf meine Anfrage. Eine Neu-Verifizierung zu WhatsApp ist somit nicht mehr möglich.
Bei Signal hingegen lief es fehlerfrei. Top.
Viele meiner Kontakte finden satellite interessant und überlegen auch einen Wechsel… Die Problematik mit WhatsApp wird den ein oder anderen wahrscheinlich eher weniger umstimmen… Als einfach zu Signal zu wechseln.
Werner:
Achim WhatsApp Verifikation per Anruf funktioniert meines Wissens nicht bei Mobilfunk Rufnummern. WhatsApp Verifikation per Anruf funktioniert meines Wissens nur mit einer Festnetznummer. Du musst eine Festnetz Nummer angeben kein Mobilfunk Rufnummer bei WhatsApp Verifikation per Anruf, so mein Kenntnisstand jedenfalls.
Achim:
@Werner
Hallo Werner,
ich hatte meine satellite Nummer auf dem alten Smartphone für WhatsApp einwandfrei registrieren können (per Anruf Verifizierung, wie im Blog angegeben)
Jetzt WhatsApp auf dem alten Gerät gelöscht und auf dem neuen Smartphone installiert und wie vorher aktivieren wollen…
Nur das jetzt sofort die Info kommt, das diese Nummer keine SMS empfangen kann. Die Möglichkeit der Anruf Verifizierung wie beim alten Smartphone wurde mir verweigert.
Der WhatsApp Support meldet sich auf meine Anfrage leider nicht.
Ich sag ja, wenn alle meine Kontakte bei threema oder signal wären, wäre mir WhatsApp ja egal.
Kurzum.. wer eine satellite Nummer hat, kann WhatsApp nur einmal per Anruf verifizieren und muss hoffen, daß sein Smartphone möglichst lange hält…. Das Problem liegt hier scheinbar wirklich bei WhatsApp | Facebook
Beste Grüße Achim
Reto Schenker:
Ich sehe auch die fehlenden SMS als gewichtigen Mangel, dafür habe ich auch in anderen Blogs geschrieben, obwohl SMS nur noch selten verwendet wird, ist es in diesen Fällen aber wichtig!
Eine mögliche Idee, die auch für Roaming helfen könnte:
In den Anfangszeiten von GSM hat die Swisscom weltweit für Roamingabkommen gesorgt. Später wurde daraus eine eigene Firma, die möglicherweise immer noch tätig ist. Auf diesem Weg kommt man ohne Sorgen schnell zu vielen neuen Partnern.
Gemäss folgendem Link: könnte es auch sein, dass diese Möglichkeit nicht mehr besteht, da die Schweiz immer zu teuer ist.
https://www.nzz.ch/wirtschaft/roaming-poker-hinter-verschlossenen-tueren-1.18573999
Ich denke allerdings, dass Sipgate mit Satellite gemeinsam verhandeln könnte (mit nur einem Vertrag) und bestehende Verträge anpassbar wären mit mehr Volumen.
Wir haben in der Schweiz auch noch andere Beispiele: UPC und Coop-Mobile haben früher das Netz von Salt verwendet und sind nun bei Swisscom. UPC hat eine eigene Technik und Coop nicht. Die Umstellung von einem Provider zum anderen ist problemlos verlaufen (bei Coop wurden alle SIM getauscht!). Es besteht nun die Frage, ob eigene Roamingverträge bestanden oder vom Netzbetreiber angeboten wurden? Vielleicht wäre auch dies denkbar, dass sich Satellite dem Netzbetreiber von Sipgate anschliessen könnte und somit auch mehr Volumen generiert. Satellite hat wahrscheinlich (noch) keine GSM-Netznummer und dies könnte ein Hindernis sein – vielleicht würde hier die Verschmelzung mit Sipgate (Simquadrat) helfen.
Ein gegenseitiges Ausgrenzen findet in der Regel nur im Heimatland statt. Im Ausland sind meistens alle Netzbetreiber wählbar. Bei einem Mobilfunkbetreiber ausschliesslich über ein Datennetz, könnte problemlos auch über ein anderes Land eine Zusammenarbeit möglich sein. Falls die Schweiz die Wahl wäre, Salt sucht Partner und Sunrise hat schon viele Partner (Swisscom ist der teuerste und grösste Anbieter). Diese Situation könnte allenfalls ausgenützt werden.
Anschliessend gäbe es auch die Schweiz im Paket von Satellite!
Reto Schenker:
Grundsätzliche Gedanken:
Bei GSM und Telefonie ist es jeweils eine Frage von der Abrechnung. SIP bzw. VoIP wäre eigentlich kostenlos möglich und VoLTE hätte diese Möglichkeit auch. Alle Telefongesellschaften wollen auf IP umstellen und halten trotzdem alle daran fest, dass fakturiert werden muss. Oft hört man allerdings, dass die Fakturierung teurer ist als der Ertrag, wahrscheinlich gibt es deshalb die Flatrate.
Es fehlt also ein Standard für eine SMS über IP (IP-SMS), die dann kostenlos übermittelt werden könnte. Hier könnte Satellite ein Zeichen setzen und sich für eine solche Schnittstelle bei den Providern einsetzen.
Die Provider würden trotzdem Einnahmen haben für die Daten-SIM und die Kunden könnten einen Anbieter frei wählen wie heute für SIP. Auch bei SIP sind wir als Kunden nur bei alternativen Anbietern wirklich frei (zB. SIPGATE!!) und die Grossen binden die Kunden an die DSL-Leitung.
Eigentlich kann man Gespräche auch ohne Provider direkt von Gerät zu Gerät übermitteln bei einer öffentlichen IP, doch die Anbieter sorgen dafür, dass ihre Gateways verwendet werden zwecks Fakturierung. Es gibt nur ganz wenige Anbieter die ihre Gateways für fremde Kunden kostenlos für eingehenden Verkehr öffnen.
Auch Satellite könnte für eingehenden Verkehr eine kostenlose Möglichkeit anbieten (Beispiel: 4915678123456@satellite.me) Mit der Ergänzung der Adresse durch SIP oder GSM und SMS würde der Verkehr richtig geroutet.
Bei kostenlosem eingehendem Verkehr wäre das Geschäftsmodell von Satellite gefährdet. Die Kunden könnten dafür auch eine Option buchen.
Wolfgang:
Es ist frustrierend, dass der Empfang von SMS noch immer nicht möglich ist. Auch für mich ist dies unverzichtbar. Dann gebt doch bitte die Beta-Version für jeden frei, der es testen möchte!
Claudia:
Hallo Wolfgang,
wenn du an unserem SMS-Alpha-Test teilnehmen möchtest, dann schreib uns einfach eine kurze Nachricht unter Angabe deiner satellite Rufnummer an help@satellite.me. Schön, dass du uns mit deinen Tests helfen möchtest. :)
Viele Grüße
Claudia
Jeske:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin begeisterter Anhänger von euch und würde mich freuen, wenn Sie mich als SMS – Tester in den engen Kreis aufnehmen würdet. Bitte schicken Sie mir eine Mail mit Infos, wie ich den SMS-Alpha-Test starten kann.
Vielen Dank dafür. In der Hoffnung auf eine positive Nachricht, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen.
Herr Jeske
Claudia:
Hallo,
am besten schreibst du uns einfach eine Mail an help@satellite.me, dann tragen wir dich mit deiner satellite Rufnummer für den SMS-Alphatest ein.
Viele Grüße
Claudia