Darum hat es mit Android etwas länger gedauert  

Michael
18.09.2018 363 6:01 min

Wir arbeiten schon seit Jahren agil und lean. Das genau zu erklären dauert leider zu lange, aber wenn es dich interessiert, schau dir mal dieses Video über Scrum an. Unter anderem bedeutet es, dass wir uns nicht ins stille Kämmerlein zurückziehen und nach Jahren plötzlich mit einem fertigen Produkt auftauchen. Stattdessen versuchen wir, möglichst schnell etwas Nutzbares den Kunden zur Verfügung zu stellen und aus dem Feedback zu lernen. So merken wir direkt, ob wir auf dem richtigen Weg sind und vermeiden teure Fehlentwicklungen. Das machen mittlerweile ziemlich alle Firmen so – von Apple bis Google. Nicht weil es hipp ist, sondern weil es funktioniert.

Evolution statt Revolution
Dass es funktioniert liegt daran, dass heutzutage nur noch selten revolutionäre neue Technik entsteht – das Rad neu zu erfinden ist halt schwierig. Der Normalfall ist eher, dass bestehende Technik neu gedacht oder kombiniert wird und so etwas Neues entsteht. Auch das erste iPhone ist ein Beispiel dafür: Die Technik für Touchscreens, Handykameras und mobiles Internet gab es schon. Apple hat das alles kombiniert und sich darauf konzentriert, die Nutzbarkeit zu optimieren. Das hat den Unterschied gemacht und am Ende wurde aus dem iPhone etwas, das unseren Alltag grundlegend verändert hat. Als Firma hofft man natürlich immer auf so einen Erfolg, aber konkret planen kann man das nicht. Stattdessen schafft man ein Umfeld, in dem viele Idee entstehen und getestet werden können. Die erfolgreichsten entwickelt man weiter und kommt so nach und nach zu seinem verdientem Erfolg.
Wir haben das Wissen und die technischen Mittel, um so ziemlich alles umzusetzen, was mit Telefonie und Apps möglich ist. Aber was müssen wir machen, damit 2020 alle Leute sagen: “War ja klar, dass satellite ein Erfolg wird” ?!?
Wir hatten eine Idee, aber keine Gewissheit. Die Lösung: Wir bauen als erstes die Minimalversion von unserer Idee, werfen sie in den Löwenkäfig der öffentlichen Kritik und schauen, ob sie fit für den Markt ist. Wenn wir positives Feedback bekommen wissen wir, dass es in die richtige Richtung geht. Dann bauen wir weiter und entwickeln so nach und nach das fertige Produkt. Wenn nicht, stellen wir es komplett ein oder überlegen uns, welche Änderungen nötig sind. Und 2020 sagen wir dann: “So haben wir das von Anfang an geplant” ;)

Aber warum nicht iOS und Android gleichzeitig?
Die Minimalversion von satellite sollte nicht nur eine technisch funktionale Telefonie-App sein. Sie sollte auch klären, ob die Nutzer sich wirklich anmelden und ob sie verstehen, was satellite von anderen VoIP-Apps unterscheidet. Um das alles herauszufinden, brauchten wir drei Dinge:

  • Eine App, mit der man ohne SIM-Karte über eine Handynummer telefonieren kann – Denn das ist der Kern von satellite.
  • Ein Design das funktional ist und Nutzer überzeugt, sich anzumelden – Die App soll Spaß machen und von den Nutzern ernst genommen werden.
  • Eine Konzept, wie wir den Nutzern erklären, was an satellite besonders ist – Sonst werden wir nur als eine VoIP-App unter vielen wahrgenommen.

Alles drei hätte man sowohl mit iOS als auch Android testen können. Aber für beide System gleichzeitig zu entwicklen hätte nur Zeit gekostet und keinen Vorteil gebracht. Die Frage war also: Mit welchem System finden wir schnellstmöglich Lösungen für die Herausforderungen?

iOS vs. Android

iOS:

  • Innovation durch Call-Kit, das noch keine App in Deutschland genutzt hat.
  • Generell überschaubare Hardwarevielfalt (Call-Kit erst ab dem iPhone 5s).
  • Versionskompatibilität bis maximal iOS 10.
  • Geschlossenes System mit intransparenten Release-Vorgaben, aber aufgeräumten und redaktionell betreutem App-Store.

Android:

  • Ausgereifte Technik zur VoIP-Integration in nativer Telefonie.
  • Deutlich größere Nutzergruppe.
  • Wir unterstützen grundsätzlich gerne Open Source Projekte.
  • Große Varianz bei Hardware und API-Versionen.

Letztlich haben wir uns gegen Android entschieden. Unter anderem, weil dann viel Zeit dafür notwendig gewesen wäre, die App für relevante Screengrößen und API-Versionen nutzbar zu machen. Diese Zeit wollten wir lieber nutzen, um schneller an den Start zu kommen.
Nachdem die Entscheidung für ein System gefallen war, haben wir innerhalb eines Jahres die iOS-Version fertiggestellt und damit bei mehreren hundert Beta-Testern Feedback gesammelt. Schnell war klar: satellite kommt gut an und die Nutzer finden Anwendungsfälle in ihrem Alltag. Jubel, Jubel, Zahnseide-Tanz!

Warum haben wir dann nicht direkt mit Android weitergemacht?
Die Minimalversion war wie gesagt nur der Testballon, ob unsere Idee überhaupt eine Chance haben könnte. Sie war noch weit davon entfernt, reif für den Mobilfunkmarkt zu sein. Zum Beispiel waren wir noch nicht aus allen Mobilfunknetzen erreichbar, geschweige denn aus allen Festnetzen. Das Geschäftsmodell basiert auf einem Freemium-Angebot, die Premium-Version gab es aber noch nicht. Und viele Nutzer meinten, dass sie satellite ohne Portierung ihrer alten Nummer und dem Empfang von Verifizierungs-SMS nicht wirklich nutzen würden.
Wenn wir auch eine Minimalversion für Android gemacht hätten, wäre die Entwicklung der marktreifen Version deutlich verzögert worden. Deshalb haben wir beschlossen, zuerst die Dinge zu entwickeln, die unabhängig vom Betriebssystem für beide Plattformen einen Mehrwert haben und von aktiven Nutzern gefordert wurden. Konkret waren das dann die Erreichbarkeit aus allen Mobilfunknetzen, satellite Plus, Portierung von Rufnummern und Verifizierungs-SMS. Fast alles was wir in den letzten 4 Monaten gemacht haben, kann 1:1 bei Android übernommen werden.

Wie haben wir dann mit Android gestartet?
So wie wir bei neuen Projekten immer starten: Wir haben überlegt, welche Herausforderungen wir klären müssen und eine erste Minimalversion gebaut. Das Erfreuliche war, dass wir nicht mehr herausfinden mussten, ob satellite überhaupt eine Chance hat. Auch die Kommunikation und das Design waren schon erfolgreich getestet. Es ging dann vor allem darum, dass die Telefonie auf Android genauso gut funktioniert wie mit iOS. Als das geklappt hat, haben wir die App hübsch gemacht und für alle relevanten Modelle und API-Versionen in den Play-Store gebracht.
Zum Start gab es also eine Android-App, mit der man nur telefonieren konnte und die von 300 Beta-Testern auf Zuverlässigkeit geprüft wurde. Ohne hübsches Design, ohne Anmeldeprozess in der App, ohne Kontaktimport oder Premium-Version. Danach kam die Version für den Play-Store, die jeder nutzen konnte. In Zukunft werden Android und iOS immer auf dem gleichen Stand sein und alle Funktionen auf beiden Systemen laufen – darauf kannst du dich verlassen.

Ich hoffe, dass unsere Gründe nun etwas klarer sind – und die Entscheidung mit Android später zu beginnen – dadurch transparent wird. Ich erwarte nicht, dass alle die Entscheidungen gut finden, aber zumindest wisst ihr jetzt, warum wir uns so entschieden hatten.

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363 Kommentare


Fliva:

Hallo,
habe mich vor dem 20 Sep. schon für die Beta Version angemeldet.
Habe bis jetzt noch keine Rückmeldung bekommen. Wäre toll wenn alle die sich Eingetragen haben eine Antwort erhalten. Sei es positiv oder negativ.
Ist den die Auslosung der Beta Tester schon erfolgt und das Beta App schon im Betrieb?

antworten

    Claudia:

    Hey,
    die Betaversion ist noch nicht in Betrieb – Anfang 2019 kommt erstmal die Alpha Version 0.0.3. Danach starten wir im nächsten Schritt die Closed-Beta. Wenn du dabei bist, melden wir uns per Mail bei dir. Die, die wir nicht als Tester auswählen, kontaktieren wir nicht.
    Viele Grüße
    Claudia

Hans:

Wie Lage dauert es noch für Android?
Ich habe xiaomi mi 8 und will auch Tester werden.
Gruß

antworten

    Claudia:

    Hallo Hans,
    Anfang 2019 startet die Alpha Version 0.0.3 und wenn damit die Telefonie so funktioniert, wie wir uns das vorstellen, dann starten wir im nächsten Schritt die Closed-Beta. Wir kommen dem Ziel der fertigen Android-Version also immer näher. :)
    Tester suchen wir aktuell keine mehr, da wir momentan schon einen Pool von rund 3000 potenziellen Betatestern haben.
    Viele Grüße,
    Claudia

Knut K.:

Bin auch schon mehr als gespannt auf die Android Version, hoffe es wird eine gute Alternative zum bisherigen Laufzeit-Vertrag. Aber leider ist noch immer warten angesagt.

antworten

Thomas:

Howdy! Seit über 3 Monaten hört man nichts Neues mehr. Läuft es nicht so gut? Oder steht der Release kurz bevor? :)

antworten

    Claudia:

    Hallo Thomas, vor allem über den Android-Newsletter und über Facebook versuchen wir alle Android-Interessierten mit Infos zu versorgen. Wenn du auf dem Laufenden gehalten werden möchtest, empfehle ich dir dich in den Newsletter einzutragen. Am 20. Dezember haben wir einen Newsletter mit dem aktuellen Stand des Alphatests rausgeschickt und beschrieben was bis jetzt schon mit der Alpha Version 0.0.1 und 0.0.2 möglich ist. Außerdem wird Anfang 2019 die Alpha Version 0.0.3 kommen. Wenn die Telefonie damit wie geplant funktioniert, starten wir im nächsten Schritt die Closed-Beta. Viele Grüße, Claudia

Jörg Skora:

Geile Sache das ganze

antworten

David B.:

Ich bin gespannt, meine erste Telefonie habe schon im März 2018 mit iPhone von meine Tochter getestet.
Super Sache, aber mein xiaomi mi 8 kann das immer noch nicht.
Habe auch überlegt auf iPhone umsteigen, aber warte noch ein bisschen.
Als Tester habe ich mich auch schon lange gemeldet.
Wie lange muss ich noch warten?

Mit freundlichen Grüßen

antworten

    Claudia:

    Hallo David,
    wenn die Telefonie in der Alphaversion so klappt, wie wir uns das vorstellen, werden wir bald die Betaphase starten und dann auch nochmal neue Tester auswählen. Du musst dich also noch ein bisschen gedulden. Über den Android-Newsletter wirst du auf jeden Fall auf dem Laufenden gehalten. :)
    Viele Grüße
    Claudia

Gerd:

Wie kann man sich denn für eine Android Beta Version anmelden?

Vielen Dank.

antworten

    Claudia:

    Hallo Gerd,
    aktuell kannst du dich noch nicht für die Betaversion anmelden. Ich würde dir empfehlen dich für den Android-Newsletter anzumelden, darüber wirst du auf dem Laufenden gehalten was den Start des Betatests angeht.
    Viele Grüße
    Claudia

Roberto:

Ist die Preisgestaltung eigentlich explizit auf die Testphase ausgerichtet oder peilt Ihr diese Preise aktuell auch für die „finale“ Version an?

antworten

    Claudia:

    Hallo Roberto,
    die Aufteilung in die Freemium und die Premium Version von satellite wird auch in der zukünftigen Android-App so beibehalten wie in der iOs-App.
    Viele Grüße
    Claudia

Ewald Lehrmann:

Bin gespannt, wenn die Beta Version kommt. Über IOS bin ich schon angemeldet. Bei der Länderliste vermisse ich die Schweiz, ein sehr wichtiger Markt. Habt Ihr in der Schweiz keinen geeigneten Partner? Könnte Euch einen guten Partner aus der namhaften Gruppe Mobil Telekommunikation benennen.

antworten

Shari:

Hallo,
ertmals: tolle Idee und Umsetzung. Leider nur auf iOS. Ich kann mir aber wirklich nicht erklären, warum das Unternehmen auf 90% der Handynutzer immer noch verzichtet. Entweder ist eure Serverseitige-Infrastruktur nicht für diese Kundenmenge nicht vorbereitet oder es sind andere interne Gründe, die dagegen sprechen. Das Potential hat die Firma Sipgate bestimmt schon erkannt.
Ich als Android-Nutzer kann nur dazu sagen, dass es langsam ärgerlich ist, wie wir mit kleinen Nachrichten-Updates bei Fuss gehalten werden.

VG,
Shari

antworten

    Claudia:

    Hallo Shari,
    wir wissen, dass viele Nutzer ungeduldig sind was den Release der Android-App angeht, allerdings braucht dies nunmal seine Zeit. Wir wollen ein qualitativ gutes Produkt abliefern, das mit der iOS Version mithalten kann und die entsteht nicht von heute auf morgen. Aktuell haben wir den Alphatest erfolgreich abgeschlossen und sind nun mitten im Betatest. Es geht also voran und der Release der App rückt immer näher in Sichtweite.
    Viele Grüße
    Claudia

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